Utopia

Warum Umweltbildung? Visionen der Referent_innen eines Bildungsprogramms in Ambato, Ecuador, 2010

Warum Umweltbildung? Visionen der Referent_innen eines Bildungsprogramms in Ambato, Ecuador, 2010

Klimawandel, Hungerkrisen, extremer Reichtum, Festung Europa […]. Täglich werden wir mit neuen Meldungen konfrontiet, die uns auf die große Frage blicken lassen: In was für einer Welt wollen wir leben?

Wir wissen, dass wir die gegenwärtigen gesellschaftlichen Herausforderungen nicht mit denselben Denk- und Verhaltensmustern lösen können, durch die sie entstanden sind. Im Rahmen einer Zukunftswerkstatt schaffe ich Erfahrungräume für Visionen und Utopien. Denn Ziele, die von der Kraft der Visionen getragen werden, haben eine größere Chance, zu neuen Realitäten zu werden.

Utopia heißt, Herzensthemen spielen zu lassen und Handlungsmöglichkeiten auszuloten, die eine große Transformation möglich machen.

Climate Justice – Die verlagerten Folgen

Der Klimawandel ist kein Zukunftsszenario mehr. Gegenwärtig sind die Länder des Globalen Südens von den Auswirkungen der Erderwärmung am stärksten betroffen, obwohl die ressourcen- und energieintensiven wirtschaftlichen Aktivitäten im Globalen Norden den Klimawandel verursacht haben.

Wetterextreme häufen sich, auf lange Dürreperioden folgen Starkniederschläge. In Ecuador führte monatelang ausbleibender Regen zu Ernteausfällen sowie zu Wasser- und Energieknappheit. Der Betrieb von Krankenhäusern und öffentlichen Einrichtungen konnte nur mittelfristig gesichert werden. Im ländlichen Raum konnten herkömmliche Formen der Landwirtschaft die Ernährungssouveränität nicht mehr gewährleisten.

Es besteht Handlungsbedarf. Wir holen die Klimakonferenz nach Hamburg, lernen verschiedene Perspektiven und Interessen kennen, verhandeln und schließen Allianzen. Und bekommen auf diese Weise einen Einblick in die hinter den Verhandlungen liegenden Prozesse.

CO2-Emissionen im Januar 2006. Eine Visualisierung der NASA (2014)

CO2-Emissionen im Januar 2006. Eine Visualisierung der NASA (2014)

Zusammenarbeit jenseits von Entwicklung

Wie sieht eigentlich die Praxis der deutschen Entwicklungszusammenarbeit aus? Und von welchen grundlegenden Annahmen über die Ordnung der Welt leitet sie sich ab?

Kontinente und Länder in flächentreuer Darstellung (Gall-Peters Projektion)

Kontinente und Länder in flächentreuer Darstellung (Gall-Peters Projektion)

Anhand eines konkreten Projektbeispiels werden die beteiligten Akteure, Kooperationsformen und politische Zielsetzungen beleuchtet und diskutiert. Von der Praxis ausgehend wird der gängige Begriff von Entwicklung kritisch hinterfragt: Wer gilt als vermeintlich entwickelt? Und wer nicht? Welche Zuschreibungen bezüglich Selbst- und Fremdwahrnehmung sind hier am Werk? Und wer definiert den gemeinhin als erstrebenswert anerkannten gesellschaftlichen Zustand?

Hinter diesen Fragen liegen Spannungsfelder, die sich in der Umsetzung von Projekten niederschlagen, und in der aktuellen Debatte um die internationale Stellung der „neuen“ Geberstaaten (u.a. Brasilien, China und Russland) sowie in der Forderung nach einer Kooperation und Solidarität jenseits von Hilfe und Entwicklung (beyond aid and development) deutlicht werden.